Die Zahl der gemeldeten Todesopfer nach dem Drohnenangriff auf den Amiet-Markt in der Region Abyei ist nach Angaben der örtlichen Verwaltung auf 153 gestiegen. Das erklärte der kommissarische Informationsminister Yohana Akol Ngor am 21. Oktober gegenüber Radio Tamazuj. Auch die Nachrichtenagentur AFP berichtete über diese Zahl. Der Angriff ereignete sich am Montag, dem 19. Oktober. Vermisste und abweichende Opferangaben Ngor sagte dem regionalen Sender, die Zahl beziehe sich auf geborgene und bestattete Tote. Weitere Menschen würden vermisst. Die genaue Gesamtzahl lässt sich anhand der ausgewerteten Veröffentlichungen nicht unabhängig überprüfen. Über die Zahl der Verletzten machen die Berichte unterschiedliche Angaben: Radio Tamazuj nennt 30 Personen in Behandlung, AFP mindestens 19 sowie weitere zu erwartende Patienten. Diese Angaben können unterschiedliche Erhebungszeitpunkte oder Gruppen betreffen; eine abschließende Übersicht liegt nicht vor. Urheberschaft ist nicht unabhängig geklärt Die Verwaltung in Abyei macht die sudanesische Armee für den Angriff verantwortlich. Das ist eine Zuschreibung der örtlichen Behörden und kein unabhängig gesicherter Tatnachweis. In dem zusammenfassenden Bericht der Saudi Gazette wird zudem wiedergegeben, die Armee bestreite grundsätzlich, Zivilisten anzugreifen. AFP berichtet von zerstörten Gebäuden und Fahrzeugen sowie Zeugenaussagen über Drohnen und brennende Geschäftsgebäude. Solche Beobachtungen stützen Berichte über einen schweren Angriff und Brände, klären aber für sich allein nicht die militärische Verantwortung. Handelszentrum in umstrittener Region Der Markt dient als wichtiger Handelsplatz für Gemeinden in Abyei und für Menschen, die vor dem Krieg in Sudan geflohen sind. Sudan und Südsudan beanspruchen die Region. Ihr endgültiger Status ist seit der Unabhängigkeit Südsudans 2011 ungeklärt. Die UN haben die tödlichen Drohnenangriffe verurteilt. Eine veröffentlichte UN-Zusammenfassung enthält eine deutlich niedrigere vorläufige Opferzahl und uneinheitliche Datumsangaben. Sie wird deshalb nicht als Bestätigung der später gemeldeten 153 Toten gewertet. Entscheidend bleiben eine verlässliche Opfererfassung, die Versorgung der Verletzten und eine unabhängige Untersuchung.