Mindestens 139 Tote nach Bootsunglück vor Dschibuti – 84 Menschen vermisst Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind bei einem Schiffsunglück vor Dschibuti mindestens 139 Menschen ums Leben gekommen, darunter 15 Kinder. Weitere 84 Menschen gelten als vermisst. Die überfüllte Fähre war auf dem Weg von Dschibuti in den Jemen. 82 Menschen überlebten. Die Suche dauert an. DAS IST ÜBER DAS UNGLÜCK BEKANNT Das Boot mit 305 Menschen sank in der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 2026 nahe Guhere nördlich von Obock in Dschibuti. Ziel war die Küste des Jemen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) überlebten 82 Menschen, die aus Äthiopien stammen. Überlebende schilderten ein stark überfülltes Boot, das kurz nach dem Ablegen sank. Die genaue technische Unfallursache ist bislang nicht abschließend untersucht. OPFERZAHLEN AKTUALISIERT Die zunächst berichteten 109 Todesopfer und 116 Vermissten wurden im Lauf des 11. Oktober auf mindestens 139 Tote, darunter 15 Kinder, sowie 84 Vermisste aktualisiert. Laut IOM-Missionsleiter Alexandre Coissac wurden zunächst nur durch die Behörden dokumentierte Bestattungen offiziell gezählt. Die endgültige Bilanz kann sich noch ändern. GEFÄHRLICHE ÖSTLICHE MIGRATIONSROUTE Viele Migranten aus Ostafrika reisen über Dschibuti und den Jemen in Richtung Golfstaaten, um Arbeit oder Schutz zu suchen. Dabei sind sie gefährlichen Überfahrten, Gewalt und Schleusern ausgesetzt. Die IOM meldete für 2025 mehr als 900 Tote oder Vermisste auf der östlichen Migrationsroute. Der Krieg im Jemen und die jüngsten Kämpfe in Teilen Äthiopiens erschweren die Situation zusätzlich. HILFE UND REAKTIONEN Die IOM unterstützt die Überlebenden gemeinsam mit Behörden Dschibutis medizinisch und psychosozial. Die Organisation fordert sicherere und reguläre Migrationsmöglichkeiten. Die Behörden setzen Bergung und Suche fort. Eine gemeinsame politische Stellungnahme sämtlicher Herkunfts- und Zielländer ist nicht dokumentiert. UNGEKLÄRTE FRAGEN Die Identität zahlreicher Vermisster, die endgültige Todeszahl, die genaue Ursache des Kenterns und eine mögliche Verantwortung der Bootsbetreiber sind noch nicht abschließend geklärt. Die Zahlen stammen überwiegend aus einer gemeinsamen Datenbasis der IOM; mehrere Nachrichtenberichte stellen keine voneinander unabhängige Zählung dar.