PROTESTE DAUERN AN In Neu-Delhi haben am 11. Oktober 2026 erneut Menschen gegen die Wahlkommission demonstriert. Sie fordern den Rücktritt des obersten Wahlkommissars Gyanesh Kumar. Die Regierung und die Wahlkommission bestreiten den Vorwurf politisch motivierter Manipulationen an Wählerlisten. FESTNAHMEN UND POLIZEIEINSATZ Rund um den Kundgebungsort Jantar Mantar löste die Polizei am Wochenende Demonstrationen auf. AP berichtete von mehr als 2.000 vorläufig Festgenommenen am Samstag, The Indian Express von nahezu 7.000. Diese unterschiedlichen Angaben sind nicht unabhängig abgeglichen. Am Sonntag beobachteten Lokalreporter weitere Festnahmen kleinerer Gruppen. STREIT UM WÄHLERVERZEICHNISSE Ausgangspunkt ist die Special Intensive Revision, eine Überarbeitung der Wählerverzeichnisse. Laut AP wurden seit dem vergangenen Jahr mehr als 130 Millionen Einträge entfernt. Kritiker befürchten, dass gültige Stimmen insbesondere benachteiligter Bevölkerungsgruppen verloren gehen. Die BJP erklärt dagegen, verstorbene, umgezogene und mehrfach erfasste Personen würden aus den Listen gestrichen. Das Ausmaß möglicherweise unrechtmäßiger Streichungen ist nicht unabhängig geklärt. ANFÜHRER NACH FESTNAHMEN FREIGELASSEN Die Führungsmitglieder der Jugendbewegung Cockroach Janta Party Abhijeet Dipke, Saurav Das und Ashutosh Ranka wurden am Samstag nach ihrer Landung in Neu-Delhi festgenommen und am Sonntag freigelassen. Nach Angaben einer Rechtsvertreterin war die Freilassung an die Bedingung geknüpft, ein Jahr lang den öffentlichen Frieden zu wahren. Wie diese Auflage durchgesetzt würde, blieb unklar. Die Bewegung kündigte weitere Proteste an. GERICHTLICHE EINORDNUNG Nach Berichten des Indian Express forderte der Oberste Gerichtshof am Sonntag, unrechtmäßige Festnahmen zu verhindern und die Bewegungsfreiheit zu wahren, sofern keine rechtmäßigen Beschränkungen zum Schutz der öffentlichen Ordnung bestehen. Die Rechtmäßigkeit jeder einzelnen Festnahme ist damit noch nicht entschieden. POLITISCHE REAKTIONEN Oppositionspolitiker, darunter Rahul Gandhi, unterstützen Forderungen nach Transparenz und einer Untersuchung der Wahlregister. Die Regierungspartei BJP hält die Bereinigung der Register für notwendig und weist den Manipulationsvorwurf zurück. Demonstranten verlangen den Rücktritt von Wahlkommissar Kumar. Protestaktionen wurden außer in Delhi auch in anderen indischen Städten gemeldet. OFFENE FRAGEN UND TRANSPARENZ Offen bleiben die genaue Gesamtzahl der Festnahmen, die Zahl tatsächlich wahlberechtigter gelöschter Personen, die Rechtmäßigkeit einzelner Einsätze und die Folgen der Freilassungsauflagen. Die Zahl von mehr als 130 Millionen gelöschten Einträgen beweist keine gezielte Wahlmanipulation. Die zugänglichen Berichte geben Parteipositionen wieder, ersetzen aber keine vollständige Prüfung der amtlichen Einzeldaten.