Die NATO baut nach einer Serie von Angriffen auf Handelsschiffe nahe Bulgarien und Rumänien ihre Aufklärungs- und Überwachungskapazitäten in der Schwarzmeerregion aus. Darüber berichteten am 21. Oktober 2026 der Bulgarische Nationale Rundfunk, regionale Medien und internationale Berichte. Die Beratungen des Nordatlantikrats dazu hatten am 20. Oktober in Brüssel stattgefunden. Rumäniens Präsident Nicușor Dan hat nach Berichten von Radio Romania International und The Sofia Globe für den 22. Oktober eine Sitzung des Obersten Rats für Landesverteidigung einberufen. Sie soll die Sicherheitsfolgen der Vorfälle im Schwarzen Meer und Maßnahmen zum Schutz der Hoheitsgewässer und maritimen Infrastruktur behandeln. Zusätzliche Aufklärung und Untersuchungsteams Nach Angaben des NATO-Militärsprechers Martin O’Donnell sollen die zusätzlichen Mittel Seeaufklärungsflugzeuge, Radarsysteme, Drohnen, Nachrichtendienstpersonal und Spezialisten zur Untersuchung von Sprengstoffspuren umfassen. Einige Kräfte seien bereits entsandt, andere würden noch folgen. Diese Unterscheidung ist wichtig: Die Ankündigung belegt keinen bereits abgeschlossenen vollständigen Aufbau der zusätzlichen Kapazitäten. Ihr Schwerpunkt liegt auf besserer Lageaufklärung und dem Austausch von Informationen. Rumänien fordert Unterstützung Dan fordert nach dem Bericht von The Sofia Globe stärkere Unterstützung durch Fähigkeiten zur Drohnenabwehr, Überwachung, Aufklärung und forensischen Untersuchung. Er bezeichnet die Angriffe auf Handelsschiffe als Bedrohung für Menschenleben, internationalen Handel und kritische Infrastruktur. Die betroffenen Seewege sind auch für ukrainische Agrarausfuhren wichtig. Zivile Besatzungen und die wirtschaftlichen Verbindungen der Küstenstaaten stehen damit neben der militärischen Sicherung im Mittelpunkt. Verantwortlichkeit bleibt offen Der Kyiv Independent berichtet, dass die NATO die Angriffe bislang keinem Staat formell zugeschrieben hat. Vermutungen über eine russische Beteiligung sind deshalb von einer abgeschlossenen technischen oder behördlichen Zuordnung zu unterscheiden. Welche Staaten welche zusätzlichen Einheiten in welchem Umfang stellen und wann alle angekündigten Mittel einsatzbereit sind, ist in den geprüften Berichten nicht vollständig aufgeschlüsselt. Die Verstärkung bedeutet zudem nicht automatisch die Einrichtung eines geschützten Schifffahrtskorridors.