Nordkorea will seine gegen Südkorea gerichteten Lautsprechersendungen noch im Oktober entlang der gesamten gemeinsamen Grenze wieder aufnehmen. Das erklärte Kim Yo-jong, die Schwester von Machthaber Kim Jong-un, am 21. Oktober in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Stellungnahme. Südkoreanische Medien und die Nachrichtenagentur Yonhap berichteten über die Ankündigung. Ankündigung nach Besuch der Grenzanlagen Kim erklärte, sie habe zusammen mit dem Militärvertreter Pak Jong-chon Befestigungsarbeiten an der Grenze besichtigt. Beim Datum gab es eine Korrektur: KCNA hatte zunächst vom Vortag gesprochen; Kim erklärte anschließend, der Besuch habe am frühen Morgen des 21. Oktober stattgefunden. Bestätigt ist damit die nachträgliche Änderung der offiziellen Darstellung. Sie warf südkoreanischen Soldaten außerdem Warnschüsse und Lautsprecherwarnungen an mindestens zwei Orten vor. Diese konkreten Vorwürfe sind in den ausgewerteten Berichten nicht unabhängig für jeden genannten Vorfall belegt. Kim stellte die geplanten Sendungen als Gegenmaßnahme dar und drohte für den Fall einer Gefährdung nordkoreanischer Soldaten mit einer militärischen Reaktion. Seoul verweist auf defensive Maßnahmen Das südkoreanische Verteidigungsministerium bezeichnete Warnschüsse und Warnansagen nach einem Bericht des Senders SBS als legitime Mittel, um Verletzungen der militärischen Demarkationslinie zu verhindern und eindringende Soldaten zurückzudrängen. Eine erneute eigene Lautsprecherkampagne schloss die südkoreanische Seite demnach nicht aus. Das ist bislang eine offengehaltene Handlungsoption. Anwohner sorgen sich vor neuer Lärmbelastung SBS dokumentierte Lautsprecheranlagen auf nordkoreanischer Seite und berichtete über die Sorge von Grenzbewohnern vor einer Rückkehr der Beschallung. In dem früher am 21. Oktober veröffentlichten Vor-Ort-Bericht waren an der beobachteten Anlage noch keine Sendungen zu hören. Anwohner schilderten Schlafprobleme und Einschränkungen ihres Alltags während früherer Lärmkampagnen. Offen bleibt, an welchem Tag die angekündigte Wiederaufnahme beginnt und welche Anlagen tatsächlich senden werden. Die Erklärung belegt eine politische und militärische Ankündigung; eine bereits erfolgte Inbetriebnahme entlang der gesamten Grenze lässt sich daraus nicht ableiten.