Ölpreise zu Beginn der Handelswoche Die internationalen Ölpreise sind am Montag, 12. Oktober 2026, zunächst gesunken. Reuters meldete um 06:27 Uhr UTC Brent-Futures von 104,61 US-Dollar je Barrel, ein Minus von 0,11 Prozent, und WTI-Futures von 91,36 Dollar, ein Minus von 0,53 Prozent. Zuvor waren die Verluste größer gewesen: Reuters berichtete um 01:54 UTC von Brent bei 103,18 Dollar und WTI bei 90,31 Dollar. Die Notierungen sind Intraday-Momentaufnahmen und keine Schlusskurse. Warum die Preise nachgaben US-Präsident Donald Trump erklärte am Sonntag, Russland und die Ukraine hätten eine Einstellung gegenseitiger Angriffe auf Energieanlagen vereinbart. Eine eigenständige Bestätigung aus Moskau lag in den betrachteten Berichten zunächst nicht vor. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, er warte auf Einzelheiten. Für die Märkte kann bereits die Aussicht auf künftig geringere Ausfälle von Raffinerien und Energieanlagen preisdämpfend sein. Der Preisrückgang ist kein Beweis dafür, dass eine wirksame Vereinbarung existiert. Angekündigte Diesellieferungen aus Russland Trump erklärte außerdem, Russland werde zunächst mehr als 300.000 Tonnen Diesel bereitstellen, gefolgt von weiteren 500.000 Tonnen im November und zusätzlichen Mengen danach. Reuters zufolge gaben Futures auf Gasöl, einen wichtigen Diesel-Referenzwert, zunächst um drei Prozent nach. Ob die Lieferungen vollständig stattfinden, welche rechtlichen Voraussetzungen gelten und wie stark Endverbraucherpreise profitieren würden, bleibt ungeklärt. Nahostkonflikt begrenzt die Entspannung Parallel bestehen erhebliche Versorgungsrisiken im Nahen Osten. Nach den Angriffen auf den Flughafen Riad stiegen die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und den Huthis. Die britische maritime Sicherheitsstelle UKMTO meldete weitere Vorfälle mit Tankern in der Nähe von Oman und in der Straße von Hormus. Die Ungewissheit über den sicheren Transport von Öl trägt dazu bei, dass Brent weiterhin über 100 US-Dollar notiert. Die US-Energiebehörde EIA warnt in ihrem Oktober-Ausblick vor volatilen Preisen durch unterbrochene Lieferketten und niedrige Lagerbestände. Markteinschätzungen und Prognosen KCM-Trade-Analyst Tim Waterer erklärte laut Reuters, die Ankündigungen hätten den unmittelbaren Angebotsdruck etwas gelindert; die unklare Gültigkeit und Dauer einer möglichen Waffenruhe begrenze aber die Entspannung. Goldman Sachs erhöhte laut Reuters seine Brent-Prognose für Dezember von 85 auf 90 US-Dollar je Barrel. Dies sind Einschätzungen und keine feststehenden zukünftigen Marktpreise. Perspektiven Marktteilnehmer wägen Aussichten auf russische Lieferungen gegen Risiken für Transporte aus dem Nahen Osten ab. Trump verbindet seine Diplomatie mit dem Ziel sinkender Energiepreise. Die Ukraine macht die wechselseitige Einstellung von Angriffen von russischer Gegenseitigkeit abhängig. Die Internationale Energieagentur fordert Mitgliedsländer auf, mögliche zusätzliche Dieselreserven zu prüfen. Diese Positionen sind nicht als Beweis für konkrete Lieferungen oder eine bestätigte Waffenruhe zu lesen. Was offenbleibt Ungeklärt sind eine verbindliche russisch-ukrainische Vereinbarung, deren Überprüfung, die tatsächliche Menge zusätzlicher russischer Dieseltransporte und die weitere Sicherheitslage in der Straße von Hormus. Ein Rückgang an den Terminmärkten lässt sich auch nicht unmittelbar mit einem Rückgang der Tankstellenpreise gleichsetzen.